Wanderrudern

Wanderrudern an der mittleren Oder

Seit über 130 Jahren wird in Frankfurt (Oder) der erholsame Rudersport betrieben. In den absoluten Hochzeiten – z. B. in der Gründerzeit - gab es mehrere Rudervereine in Frankfurt (O.) und sogar die erste Frauenrudermannschaft im damaligen Deutschen Reich. Regatten und Rennrudern wurden regelmäßig durchgeführt, wie z. B. die Ausscheide in Vorbereitung zur Olympiade 1936 im Brieskower See. Es wurde aber auch ständig für die körperliche Ertüchtigung und Freizeitgestaltung das Wanderrudern gepflegt. Es gab damals bis zu 180 Rudersportfreunde in der Verwaltungsstadt. Heute sind es 150 Vereinsmitglieder und der FRC v. 1882 ist als Wanderruderstützpunkt an der Oder im Land Brandenburg ausgebaut.

Wanderrudern ist etwas ganz Besonderes. Mit den recht schnellen, mittelgroßen und umweltfreundlichen Booten, die keinen Motorenlärm und Abgasgestank verursachen, kann man am Tag bis zu 80 km weit vorankommen. Sport-, Kultur- und Naturerlebnisse lassen sich wunderbar vereinigen. Wanderrudern ist ein Teamsport. Dabei kommt es auf den Zusammenhalt der Mannschaft an, auf gegenseitiges Verstehen, auf sportliche Fairness und auch auf Naturverständnis. Man muss den Wettern trotzen, dabei die Bereitschaft haben selbst zurückzutreten, den Egoismus bezwingen und den Ruderkameraden, die möglicherweise nicht die enorme Kraft eines in Deutschen Meisterschaften gestählten Rennruderers haben, körperlich beistehen. Entscheidend ist immer die kollektive Mannschaftsleistung. Außerdem: Es geht nicht darum 2000 m in einem Rennboot mit High-Tech- Nanoüberzugtechnik in weniger als 4,5 min zu schaffen, sondern um Spaß am gemeinsamen Erleben mit hohem Erholungswert, purer Lebensfreude und Geselligkeit.

Die wunderschöne Fluss- und Auenlandschaft der mittleren Oder bietet ein ganz naturelles Areal für die Ausübung des Wanderrudersports. Wanderruderer können sich an Fisch- und Seeadlern, aber auch an den inzwischen wieder ansässigen Bibern erfreuen. Die geringe Bevölkerungsdichte garantiert die in westlicheren Teilen unseres Heimatlandes kaum noch anzutreffende Naturnähe für den Ruderer. Auch der Schwarzstorch ist (allerdings selten) zu beobachten. Das Piepsen und Glucksen im Buhnenschilf, wenn die Brut von Schwänen und Enten im Frühjahr heranwächst sind einzigartig. …Und der 120 kg schwere Wels klatscht mit großer Wucht in der Buhnenbucht nach seinem Fisch- oder Blesshuhnraub ins Wasser zurück… . Ja, mit etwas Glück lässt sich das erleben.

Es ist alles noch sehr ursprünglich an der Oder. Man übernachtet in Bootshäusern oder im Zelt. Von Nowa Sol (Neusalz) bis nach Szczecin (Stettin) ist das problemlos möglich. Richtigen „Luxus“ gibt es im Bootshaus des Frankfurter Ruderclubs von 1882 e.V. Man lernt auch einiges Geschichtliches in der Stadt kennen. Empfehlenswert ist eine Tour von der Neißemündung aus (Ratzdorf) die Oder abwärts. Sie führt über Eisenhüttenstadt (Fürstenberg), Frankfurt (Oder), Küstrin-Kietz, Kienitz, Hohenwutzen bis nach Hohensaaten und weiter nach Oderberg. Da hat man sogar noch das Schiffshebewerk, ein tolles wassertechnisches Bauwerk vor sich, wenn man westwärts in den Werbellinsee möchte.

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